22. Bundesfachtagung

Zeit

Donnerstag, 21. September 2017 bis Freitag, 22. September 2017

Ort

Wichernhaus - Schneiders Speisen Service
Johannes-Wüsten-Straße 23a
02826 Görlitz

Gebühren

Gesamte Tagung

  • für Mitglieder der BAG : 140,00 €
  • für Nichtmitglieder : 165,00 €
  • für Neumitglieder der BAG : 90,00 €

Tageskarte

  • für Mitglieder der BAG : 100,00 €
  • für Nichtmitglieder : 70,00 €
  • für Neumitglieder der BAG : 40,00 €

Tagungsgebühren incl. Pausengetränke, Mittagessen am 21.09.2017 und dem Buffet am Tagungsfest.

Getränke auf dem Tagungsfest sind nicht inbegriffen.

Notwendige Änderungen im Programm sowie ggf. den Austausch von Referenten behält sich der Veranstalter vor.
Die Namensschilder gelten als Tagungsausweis, die BAG bittet die Teilnehmer, diese bei der Veranstaltung und beim Tagungsfest für die Einlasskontrolle zu tragen. Wir bitten Sie, die Namensschilder am Ende der Tagung zurückzugeben.

Der Veranstalter (die BAG) und das Sächsische Krankenhaus Großschweidnitz übernehmen keine Haftung für Verluste, Unfälle oder Schäden gleich welchen Ursprungs an Personen und Sachen.

 

 

Anmeldeschluss

15.09.2017

Dateien

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Im Osten geht die Sonne auf

„Beziehungen mit Kindern, Jugendlichen und deren Angehörigen täglich neu gestalten“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Im Osten geht die Sonne auf“ dies ist eine bekannte Tatsache, auch der Untertitel „Beziehungen zu Kindern, Jugendlichen und deren Angehörigen täglich neu gestalten“ ist uns aus unserer täglichen Arbeit wohlbekannt und nicht neu. Warum dann solch ein Titel?

Erstens ist es seit längerem wieder gelungen, eine Bundesfachtagung in einem östlichen Bundesland, gemeinsam mit der KJPP in Großschweidnitz, zu organisieren – Austragungsort Görlitz (wegen der dortigen Infrastruktur). Und zweitens steht die Beziehung zu den Kindern, Jugendlichen und deren Angehörigen immer im Vordergrund unserer Tätigkeit.

Im Rahmen unserer Tagung wollen wir uns in der gewohnten Weise mit Vorträgen und einer großen Auswahl an Workshops mit aktuellen Themen aus der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis beschäftigen. Neben der Wissensvermittlung hat wie immer der kollegiale Austausch oberste Priorität, dazu dient der übliche Rahmen unserer Tagung.

In einem der Vorträge wird uns die Multifamilientherapie und deren Umsetzung vorgestellt, in einem weiteren der Umgang mit Krisen nach traumatisierenden Ereignissen in unserer Arbeit, vertieft in einem Workshop zur gleichen Thematik. Ein Vortrag beschäftigt sich mit der Thematik „Kinder psychisch kranker Eltern“ aus Sicht der Erwachsenenpsychiatrie und ein vierter Vortrag stellt uns eine Studie zur professionellen Deeskalation in der KJP vor.

Für unsere Mitglieder wird es am Mittwoch nach der Mitgliederversammlung eine Stadtführung und anschließend den Mitgliederabend geben und natürlich ist auch für Donnerstagabend das schon längst legendäre Tagungsfest organisiert.

Ich freue mich auf unser Treffen in Görlitz und wünsche bis dahin eine gute Zeit.

Hans-Ulrich Neunhoeffer

Vorsitzender BAG-PED

Vorträge

1
„Stationäre Multifamilientherapie in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im SKH Großschweidnitz“
Frau Dr. Anja Hartmann, Herr Kai Bennertz
2
„Schreck lass nach...Gedanken zum Verständnis nach kritischen Ereignissen“
Herr Peter Gut
3
„Kinder unserer Patienten als Hochrisikogruppe - Belastung und Präventionen bei Kindern psych. Kranker aus Sicht der Erw.-Psych.“
Frau Beate Kettemann
4
„OUTCOME–Deeskalation“ Werte, Haltung und Zahlen
Herr Sven Keitel

Workshops

1
Mutti, Vati – warum hilfst du/helft ihr mir nicht?
Frau Sabine Josupeit
Wir möchten unser Eltern - Kind - Haus vorstellen und gemeinsam Chancen und Grenzen für psychisch kranke Eltern und deren Kinder aufzeigen. Ein gemeinsamer und reger Erfahrungsaustausch soll neue Anregungen für die tägliche Arbeit aufzeigen.
2
Aktives Musizieren – Affekte ausdrücken und begleiten
Frau Claudia Ursula Steidte
Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen verfügen meist (noch) nicht über die Fähigkeit zur Selbstregulierung. Affektdurchbrüche und extremes Rückzugsverhalten erschweren ihre Interaktion mit den Menschen ihrer Umgebung. Diese Jugendlichen und Kinder brauchen in der Therapie eine anwesende Person, die sie in ihrem Affekt nicht allein lässt und den Affektausdruck nicht blockiert, sondern liebevoll führend begleitet. Das freie Spiel mit Klängen auf Musikinstrumenten und mit der Stimme bietet diesen Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit, nonverbal Affekte auszudrücken und in der Interaktion mit ihrem Gegenüber Regulierung zu erfahren. Im Workshop werden wir das aktive Zuhören und Begleiten auf Musikinstrumenten im freien Spiel im Wechsel mit der Erarbeitung von kurzen Musikstücken und Liedern praktisch üben. Dabei wollen wir uns über unsere Wahrnehmungen beim Spiel austauschen – und nicht die Spielfreude vergessen.
3
Leitung im Team – die tägliche Herausforderung
Frau Kristina Milewski
Was macht ein Team aus? Was kann/muss eine Teamleitung tun? Was braucht eine Leitung, um leiten zu können? Beschäftigen wir uns gemeinsam mit der Frage: Wie kann es gelingen, dass aus Leiten nicht Leiden wird und die Leitung dem Vertrauenbeweis ihres Unternehmens gerecht werden kann?
4
Wer bestimmt die Inhalte einer leistungsgerechten Dokumentation? Sichtweisen aus dem Medizincontrolling
Frau Katrin Krüger
Der Spagat zwischen einer optimierten, auf das Wesentliche begrenzten fachlich und qualitativ hochwertigen Leistungsdokumentation und den Anforderungen des MDK soll anhand von durch den MDK begutachteten Fallbeispielen aufgezeigt werden. Die Teilnehmer erhalten Einblick in die Erfahrungen eines Optionshauses PEPP mit den unterschiedlichen Interpretationen und dem unterschiedlichen Verständnis von Vorgaben zur Leistungsdokumentation aus Sicht des Medizincontrollings. Im Workshop soll ein Austausch von Erfahrungen stattfinden. Gern können eigene Fallbeispiele mit eingebracht werden.
5
Das Familienhaus – Gemeinsame stationäre Multifamilientherapie mit Eltern als Begleitpersonen, eine Alternative zur Kinderstation
Herr Kai Bennertz
Unsere stationäre Multifamilientherapie in der Praxis, Konzepte und Methoden zum Kennenlernen und Ausprobieren.
6
IT–gestützte Pflegedokumentation mit NICE
Herr Jens Schreiber
Seit 10 Jahren wird im Sächsischen Krankenhaus Großschweidnitz eine umfangreiche elektronische Patientenakte geführt. In dieser Veranstaltung zeigen wir Ihnen, wie die Einführung gelang, was wir in der Pflegedokumentation abbilden, wie die Berufsgruppen über das System interagieren und wo die weiteren Herausforderungen liegen.
7
DBT–A
Frau Kerstin Papke
Der Workshop soll einen kurzen Einblick in die Arbeit mit DBT und die Herausforderung der DBT-A bei Jugendlichen geben.
8
Handlungsmodell der kollegialen Hilfe und peritraumatischen Unterstützung
Herr Peter Gut
Wie spreche ich meinen Kollegen/meine Kollegin an, nachdem etwas Schwieriges passiert ist? Soll ich das Gespräch überhaupt suchen oder doch besser abwarten? Was passiert, wenn es zu heftigen Gefühlsausbrüchen kommt? Wird meine Anteilnahme als aufdringliche Neugierde wahrgenommen? Und wie ist es mit Berührungen: in die Arme nehmen oder auf Distanz bleiben? Diese und ähnliche Fragen sollen beantwortet werden, damit die Teilnehmenden eine grundsätzliche Handlungssicherheit erlangen. (Theorie und praktische Übungen)
9
Kreative Betreuungsverfahren mit Schach und Ju-Jutsu in der KJP
Herr Gerald Lück
"Seit 12 Jahren werden Schach und Ju-Jutsu als kreative Betreuungsverfahren in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Tagesklinik Kamenz angeboten. Etliche Patienten bekamen bereits die Möglichkeit sich in diesen beiden Bereichen auszuprobieren. In diesem Workshop wird die Möglichkeit geboten, es den Patienten in Ansätzen gleichzutun. Umrahmt wird der Workshop von einer Präsentation über die zugrunde liegenden pflegefachlichen Konzeptionen."
10
„Psychiatrie !? – da geh ich nicht hin!“ Ein Baustein für informierte Patient(inn)en
Herr Tobias Falke
Kinder- und Jugendliche sind die wichtigsten Partner im Rahmen der Behandlung. Eine Klinik stellt in den Vorgesprächen zur Aufnahme fest, "Wer ist denn das?" und "Passt der Patient zu unserem Angebot?" Doch welche Möglichkeiten haben Patienten sich im Vorfeld einer Therapie über die Klinik und die konkreten Abläufe zu informieren?! In diesem kreativen Workshop werden Beispiele gelungener Präsentationen von Stationen und Kliniken vorgestellt, die Sichtweisen der Kinder und Jugendlichen eingenommen und mit einem breiten Spektrum an Ideen mögliche Ansätze für die eigene Klinik erarbeitet. Am Ende wird hoffentlich jeder mit neuen Ideen und mit eigenen Ideen seine Klinik auch aus Patientensicht gesehen haben!
11
Chronische Schmerzen bei psychischen Störungen – der schmale Grat zwischen Wertschätzung und Verstärkung
Herr Adam Geremek
Chronische (somatoforme) Schmerzstörungen sind nicht Ausdruck einer spezifischen körperlichen oder einer psychischen Erkrankung, sondern sind eine Krankheit an sich und bedürfen einer speziellen, auf sie zugeschnittenen Therapie. Leider werden sie oft übersehen oder ignoriert und als Ausdruck einer Depression oder Angststörung gedeutet. So verfallen Patienten mit chronischen Schmerzen in einen Teufelskreis, der zur fortwährenden Schmerzverstärkung führt und am Ende die Prognose der psychischen Störung zusätzlich verschlechtern kann.
12
Gender Mental Health Care - ein aus der Praxis für die Praxis erprobtes genderspezifisches Behandlungskonzept
Herr Robert Radlinska
Das Workshop – Programm beinhaltet die bisherigen Forschungsergebnisse unter den Genderaspekt die aufzeigen, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede im Erleben von Krankheiten gibt. Wie lässt sich dies in der KJP abbilden? Wie lassen sich dies bzgl. Inhalte männlicher Klienten abbilden das Behandlungskonzept „MEN`S Talk“ bietet hier zu Antworten. Die praktische Umsetzung dieses Konzept erfolgt im Klinikalltag modulartig. In dem Workshop soll dargestellt werden, wie die Implementierung stattfinden kann und welche Effekte sich für die tägliche Arbeit sich ergeben können. Das Behandlungskonzept ist valide überprüft und kann eine Ergänzung sein im Pflegerisch- pädagogischen Alltag der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
13
OUTCOME – Deeskalation: Werte, Haltung und Zahlen
Herr Claus Staudter, Herr Sven Keitel
Viele psychiatrische Institutionen möchten ein Deeskalations- und Aggressionsmanagement etablieren welches sich am aktuellen wissenschaftlichen Stand orientiert und praxisleitend ist. Es ist für Institution eine Verpflichtung ein hohes Maß an Qualität im Rahmen der Behandlungsqualität zu gewährleisten unter dem Aspekt einer hohen Sicherheit für Mitarbeiter/Innen aller Professionen im direkten Umgang mit Patienten, Klienten und Bewohnern. Des Weiteren soll sich in diesem Konzept abbilden, dass trotz aggressiver Ereignisse und möglicher Zwangsmaßnahmen und / oder Freiheitsentziehender Maßnahmen die Patienten in ihrer Würde und Integrität nicht verletzt werden. Für die Versorgung und Begleitung von Menschen innerhalb schwerer Krisen, wird eine fürsorgliche Betreuung erwartet, geprägt von persönlicher Wertschätzung, die sich in der Investition von Zeit, Aufmerksamkeit und dem richtigen Maß von Nähen und Distanz ausdrücken lässt. Die ethisch-moralische Kompetenz ist neben der Fachkompetenz hierbei von besonderer Bedeutung als professionelle Grundlage von handlungsleitenden Werten. Handlungsleitende Werte:  Die Würde des Menschen ist unantastbar  Den Menschen respektieren und mit Empathie und Fairness begegnen  „eigenes Menschenbild“ – Haltung, ethisch normatives Fundament  Lebensqualität, Behandlungsqualität, Sicherheit Da die Einflussfaktoren multifaktoriell sind müssen Lösungswege auf allen Ebenen und unter Nutzung der notwendigen Strategien erfolgen. Es braucht kompetente Mitarbeiter, die in Zusammenarbeit mit der Leitung unter bestmöglicher Nutzung räumlicher, organisatorischer und personeller Rahmenbedingungen für die Minimierung bzw. menschenwürdige Bewältigung vom Aggressionsbehafteten Ereignissen sorgen und im Austausch untereinander sowie mit Patienten und deren Umfeld zu einer angemessenen Verarbeitung beitragen. Hintergrund: Der Einsatz deeskalierender Maßnahmen wird zur Reduktion der mannigfaltigen negativen Auswirkungen von Aggression und Gewalt in vollstationären psychiatrischen Einrichtungen empfohlen (DGPPN, 2009). Trotz schwacher Evidenzlage (vgl. Needham 2009) von Schulungs-programmen in diesem Kontext kann die Alternative nicht keine Schulung sein. Aus Organisatorischen Gesichtspunkten müssen Mitarbeitende von psychiatrischen Institutionen verpflichtend geschult werden im Aggressionsmanagement als Teil des Gesamtbehandlungs- konzeptes von psychiatrischen Institutionen und unter Berücksichtigung eines Riskmanagement-ansatzes als derivates Unternehmensziel. Der Umgang mit Aggression und Gewalt sowie die Anwendung von Zwangsmaßnahmen sind kontrovers diskutierte Dauerthemen in psychiatrischen Einrichtungen. Hierbei spielen insbesondere auch ethische, gesundheitspolitische und gesetzliche Erwägungen eine wichtige Rolle. Die negativen Auswirkungen aggressiven Verhaltens seitens der Patienten sind mannigfaltig und be-treffen sowohl das Personal (z.B. psychologische und motivationale Probleme), die Klinik (z.B. er-höhte Fehlzeiten durch verletztes Personal) und die Patienten (beispielsweise durch die Zwangs-maßnahme ausgelöste Verletzungen, Re-Traumatisierungen, Erleben von Freiheitsentzug).
14
„Nichts ist beständiger als der Wandel“ Change Management in sozialen Einrichtungen – eine Herausforderung für Führungskräfte
Herr Helge Treiber
Die Welt der sozialen Einrichtungen befinden sich in einer herausfordernden Umbruchsituation die sich ständig um Begriffe wie Ökonomisierung und Digitalisierung dreht – vielfältige Prozesse sind zu beachten – vor allen Dingen die weichen Faktoren wie z.B. die Akzeptanz der Mitarbeite für anstehende Veränderungen im Unternehmen. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist durch PEPP und Co. schon seit längerem mit weitreichenden Veränderungsprozessen konfrontiert. In der Behindertenhilfe ist durch die Einführung des neuen Bundesteilhaberechts ein umfassender Veränderungsprozess an den Start gegangen. Mit Beispielen aus der Praxis sollen die wesentlichen und zentralen Fragestellungen, Meilensteine und neuralgische Punkte des Changemanagementprozesses vorgestellt und diskutiert werden. Vor allen Dingen aber geht es um die Rolle der Führungskräfte in Veränderungsprozessen sozialer Einrichtungen.
15
„Der junge Psychose erkrankte Mensch in der Kinder– und Jugendpsychiatrie“
Frau Silvana Heße, Frau Nadja Basarir
Das Krankheitsbild einer Psychose kann sehr unterschiedlich aussehen und im Stationsalltag in der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine Herausforderung darstellen. Dieser Workshop setzt sich mit den unterschiedlichen Formen von Stimmen, den Aufgaben des Pflege- und Erziehungsdienstes im Umgang mit psychoseerkrankten Jugendlichen und mit Erklärungsmodellen sowie mit kurzfristigen Strategien im Umgang mit den Stimmen auseinander. Außerdem soll die hohe Bedeutung der professionellen Pflege verdeutlicht und deren Möglichkeiten herausgearbeitet werden. Es erfolgt ein theoretischer, aber auch praktischer Einblick in dieses Themengebiet.